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Stoffal Ravishes Estonia

June 13

Update

So, sorry für die Verspätung... aber mi hats nimma gfreit...
bei mir hats sie im 2. semester eh nimmer viel tan...
bin dzt. in Österreich und schau mi um an Praktikumsplatz um.
Am 9. kommt dann meine Freundin nach...ein Lichtblick
Hab des mitm Tommy erst gestern erfahren, i werd nan auf jeden Fall immer bei mir im Herzen haben
 
lg christoph
 
 
February 08

back in action

So Kinder, jetzan bin i wieder z´Tallinn und bin bei zwei Französinnen eingezogen, Caroline und Elodie... beide sehr nett
Mittlerweile hab ich auch schon Kontakt mit dem schwulen Nachbarpärchen hergestellt, die mich natüüürlich aufs herzlichste begrüsst haben
Die neuen Erasmusstudenten haben auf den ersten Blick nie und nimmer das Potenzial der alten, aber ich lass mich überraschen, vielleicht is ja was gutes dabei.
Um in meine Wohnung zu kommen brauche ich nicht weniger als 5 Schlüsseln, was allerdings sehr positiv is, weil gestern hat irgendso ein Junkie das Geschäft unter uns aufgebrochen.
Der Empfang in Tallinn war sehr "angenehm", man glaubt ja gar nicht wer einen soooo sehr vermisst hat... da waren leute dabei die hab ich noch nieeeeee (zumindest nüchtern) gesehen.
Mittlerweile weiss ich auch was -29 Grad bedeuten. Nämlich: brrrrrrrrrrrrr!
so, und weil kein Nejc anwesend is, muss ich diesen Part übernehmen:
Aaalso, Montag die erste Party: Alle benehmen sich anständig um einen guten Eindruck zu hinterlassen, nicht so der Herr Götzendorfer. Der muss, wie es seine Natur vorherbestimmt hat, mit den neuen Franzosen Vodka trinken (neuer Rekord: 4 Personen, 1 Flasche, 4 Minuten 30)...
Und nun ein Tipp eines weitgereisten Mannes: Wenn man schon so gampig is, immer versichern, dass die Türe zur Toilette auch wirklich zugesperrt is!  Am Dienstag hat mich dann mein "Schwesterlein" Olga gfragt, wies mir im Havana gefallen hat. Gut, ich kann mich noch dunkel erinnern, dass ich dort war, aber anwesende Personen konnte ich im Nebel des Alkohols nicht mehr rekonstruieren.
Heute gehts dann ab in unsere Wohnung Geburtstag feiern von einer neuen Studentin (wieso auch immer bei uns) und am Freitag dann offizielles Welcome von da Uni...
 
Im Übrigen hab ich ein neues Spiel erfunden: das allseits beliebt Vodka-versenken! Gspielt wirds wie Schiffe versenken, jedoch auf dem Boden mit einer grossen Wand und grossem Spielfeld und statt "treffen" und "versenken" gibts halt "Do dna!" oder auf gut deutsch "Auf Ex!".
Lustig, musste mal ausprobieren!
 
Nebensächlich: Kurse gut, Uni auch, werd wieder gute Noten schreiben
(und mein Internet geht nu ned, (Bertl, wannst des liest mail ma moi, wie so ein WLan funktioniert, i find des nit) also nur Kommunikation via mail, wenns mit mir reden wollts)
 
es grüsst aus dem eisigen Norden
ein leicht verschnupfter, aber sonst unbesonnener
Christoph (Christoph steht im russischen übrigens für katastrofa und im französischen für catastrophe)
January 15

Österreich

So Kinder, bin jetzt seit 22.12 in der Heimat. Viel hat sich nicht verändert... Weihnachtszeit war wieder mal sehr angenehm und familiär, Silvester hab ma in Passau verbracht, was auch ziemlich lustig war.
Jetzt wo aber all meine Kollegen in Wien/Linz/Sbg und wo auch immer sind, bin ich
nah der Verzweiflung: Was zu tun? Es wird scho ziemlich langweilig, wenn man sich erst mal an das ERASMUS Leben
gwohnt hat... vorallem in Osteuropa
 
Aber nichtsdestotrotz fahr ich heute nach Wien um unsere Hauptstadt unsicher zu machen...
 
Bis zum nächsten Wiedersehen
verbleibe ich mit einem dreifachen
Zicke Zacke
 
bis bald
December 19

SCHNEE!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Am 19. Dezember liegt erstmals Schnee in Tallinn. Da kommen ja direkt weihnachtliche Gefühle auf!

Ansonsten genieß ich hier noch meine verbleibende Zeit recht ruhig (na, eh ned) und freu mich auf die Heimat!
Aufregendes hab ich in letzter Zeit nicht erlebt (na, eh ned), so bin ich zB mitten mit zwei Russinen in eine englische Junggesellenabschiedsfeier hineingeraten und bin am nächsten morgen im Hotel aufgewacht oder hab durch schleimigste Flirterei eine Note von B auf A gebracht und solche Späße...

Die verbleibende Tage verbringe ich mit Spa, Feiern und Kekse backen (na, eh ned)...

Ich wünsche euch allen noch eine friedliche Adventszeit und ein frohes Fest,
Gruß
Christoph

(ps: neue fotos sind online)


December 04

4 Hochzeiten und 1 Todesfall

Soderler, die Hochzeit von Urska und Nejc is endlich auch überstanden
und die Feier war hier, Holla, die Waldfee! Das Student Council hat hier ganz nett
außerhalb von Tallinn ein Landgut reserviert, das vorbereitet war wie bei einer richtigen Hochzeit.

Urska und Nejc waren in traditioneller estnischer Tracht, sprich die haben ausgeschaut wie Zigeuner.
Ich, als best man, übernahm dann überraschenderweise die Moderation des Abends, weil die Estin keine Stimme mehr hatte. Das Feedback war durchwegs positiv, und so spielten wir dann amüsante Spiele:
Z.B mussten drei Frauen bei drei Männern auf Zeit Eier von den einem Hosenbein ins andere und retour transportieren. Zu Essen gabs auch gaaaanz typisch „estnisch“ Sauerbraten mit Sauerkraut und Brautkartoffeln. Nejc und mir wurde aufgetragen bis zwölf Uhr nicht allzu besoffen werden, was wir auch mit Bravour gemeistert haben (ja, wirklich!). Wir fuhren dann allesamt ins Angel (ja richtig, der Schwulenclub) und feierten da, ich ging aber dann bald mal nach Hause, weil noch immer im Anzug unterwegs und a bisserl müde. Am nächsten Tag wollt ich eigentlich zu Hause bleiben, aber nein…

(Bin aufgewacht im Russenviertel, irgendwo im sozialistischen Plattenbau neben mir zwei Frauen, daheim warteten wieder zwei Frauen in meinem Bett, die Christoph rein gelassen hatte und ich hatte ordentlichst Erklärungsbedarf. Aber keine Sorge, war brav! (fast ganz) )

 

So und nun zu den unangenehmen Seiten des Lebens: Wie erst kürzlich erfahren, wurde an dem Tag unseres Junggesellenabschiedes im Hollywood, wo wir auch waren, eine junge Frau vergiftet, die auch dort starb. Das arge: Keiner kriegte irgendetwas mit, und man erfuhr davon aus der Zeitung. Anscheinend ist das der dritte Todesfall im Hollywood, aber die Esten kommen nicht drauf den Schuppen mal zuzudrehen.

Und heute habe ich erfahren wurde dann mein Lieblingsitaliener, wirklich ein sehr angenehmer Zeitgenosse, von fünf Russen verknüppelt und verhaut. Richtig feige, zu fünft mit den Füßen ins Gesicht! Nähers is noch nicht bekannt, er ist noch zu geschockt und will sich nicht daran erinnern. Sein Gesicht schaut fürchterlich aus, einige Zähne haben sich verabschiedet und sein Vater flog dieses Wochenende ein. Er wird voraussichtlich Estland abbrechen und zurück nach Italien fliegen.

 

Jeder ist über die Vorfälle hier aufs Tiefste erschüttert, und es schaut so aus als ob der Depressionen hier (vor allem von Nejc und mir) keiner fortgeht diese Woche.

 

Jetzt freu ich mich dann wirklich schon auf das sichere Österreich,

bis dahin hoffe ich auf Polonium 210-freie Verpflegung,

ganz dickes Busserl

Christoph

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